EDITORIAL

Black & White

Foto: Zooey Braun

  • Autor: Boris Schade-Bünsow, Chefredakteur Bauwelt

Museen und deren Ausstellungskonzepte kann man grob in zwei Kategorien unterteilen. Es gibt White-Cube- und Black-Box-Ausstellungen und sogar ganze Museen, die sich so einordnen lassen. Beim ersten Typ treten das Museum, das Gebäude und jeder einzelne Saal hinter das Kunstwerk zurück. Der meist weiße Raum bietet eine vollkommen neutrale Bühne für die Exponate, die für sich allein wirken. Fenster, Tageslicht und Einbauten werden vermieden, es gibt keinerlei Interaktion mit den Kunstwerken. In den 1920er-Jahren entwickelt, war dieses Konzept lange Zeit die erste Wahl für die Präsentation zeitgenössischer Kunst. Heute steht es in der Kritik und in Konkurrenz zum Black-Box-Konzept. Hier sind das Museum, das Gebäude und die Räume bewusst gestaltete Bestandteile der Inszenierung, sie wirken gemeinsam mit der Ausstellung und bilden mit den Exponaten eine Einheit und für die Besucher eine Illusion. Beide Konzepte stehen jedoch vor demselben Dilemma. Auf der einen Seite sollen die Kunstwerke so gut wie möglich gezeigt werden, nichts soll den Eindruck behindern. Auf der anderen Seite müssen die Werke vor äußeren Einflüssen geschützt werden. Deswegen stehen und liegen sie oftmals in Vitrinen oder hängen hinter Glas. Dadurch werden Beschädigungen oder gar die Zerstörung vermieden. Heute stehen die Kuratoren und Direktoren zusätzlich vor der Aufgabe, die Exponate auch vor den Besucherinnen und Besuchern zu schützen. Vandalismus ist ein Mittel des politischen Protestes geworden. Diese Herausforderung ist komplex, denn zum Schutz der Exponate kommen Anforderungen der Evakuierung und Möglichkeiten des schnellen Einsatzes von Sicherheitspersonal, um Schaden abzuwehren. Ausgeklügelte Wegekonzepte für Besucher und auch für den Notfall erfordern Türen, die im geöffneten Zustand einladen, Räume zu betreten und zu durchschreiten. Im geschlossenen Zustand aber müssen sie heute Sicherheitsfunktionen erfüllen, an die vor Jahrzehnten niemand gedacht hat. Und das alles so, dass es sich in moderne und historische Architektur gleichermaßen gut einfügt. Solche Beispiele zeigen wir in diesem Heft.

Beide Konzepte stehen jedoch vor demselben Dilemma. Auf der einen Seite sollen die Kunstwerke so gut wie möglich gezeigt werden, nichts soll den Eindruck behindern. Auf der anderen Seite müssen die Werke vor äußeren Einflüssen geschützt werden. Deswegen stehen und liegen sie oftmals in Vitrinen oder hängen hinter Glas. Dadurch werden Beschädigungen oder gar die Zerstörung vermieden. Heute stehen die Kuratoren und Direktoren zusätzlich vor der Aufgabe, die Exponate auch vor den Besucherinnen und Besuchern zu schützen. Vandalismus ist ein Mittel des politischen Protestes geworden. Diese Herausforderung ist komplex, denn zum Schutz der Exponate kommen Anforderungen der Evakuierung und Möglichkeiten des schnellen Einsatzes von Sicherheitspersonal, um Schaden abzuwehren. Ausgeklügelte Wegekonzepte für Besucher und auch für den Notfall erfordern Türen, die im geöffneten Zustand einladen, Räume zu betreten und zu durchschreiten. Im geschlossenen Zustand aber müssen sie heute Sicherheitsfunktionen erfüllen, an die vor Jahrzehnten niemand gedacht hat. Und das alles so, dass es sich in moderne und historische Architektur
gleichermaßen gut einfügt. Solche Beispiele zeigen wir in diesem Heft.

Boris Schade-Bünsow, Chefredakteur Bauwelt

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